Von Menschen und Maschinen im Webdesign: UX und MX leicht erklärt
Folgendes Szenario dürfte Ihnen bekannt vorkommen: Sie, ein Mensch mit allen typischen humanoiden Fähigkeiten und Merkmalen, betrachten eine Website. Zum Beispiel die Website eines Reiseveranstalters. Sie sind hier, weil Sie Ihren Sommerurlaub buchen möchten.
Machen Sie mit uns eine Reise in die digitale Welt
Während Sie sich auf der Website bewegen und durch die verschiedenen Optionen inspiriert werden, fällen Sie in schneller Folge Entscheidungen. Das geschieht unbewusst, doch im Verlauf Ihres Aufenthalts auf der Reisebüro-Website verfeinern Sie durch diesen Prozess Ihren Ziel-Horizont. Aus Fragestellungen wie: „Badeurlaub am Meer, oder lieber Wandern in den Bergen?“ werden erst Tendenzen und dann Präferenzen, in diesem Fall z.B. für ein bestimmtes Land. Nach dem Trichter-Prinzip leiten die angebotenen Ideen und Empfehlungen Sie von einer Entscheidung zur nächsten und grenzen Ihr Suchfeld immer weiter ein, bis Sie schließlich feststellen, dass Sie eigentlich schon immer mal einen Städtetrip nach Barcelona unternehmen wollten. Schnell finden Sie auf der Website ein konkretes Angebot, das all Ihre Parameter erfüllt. Ein paar Klicks weiter, und die Reise ist gebucht. Sie fühlen sich jetzt richtig gut: Es hat Ihnen Spaß gemacht, auf der ansprechenden Seite die attraktivste Reise auszusuchen, Sie haben dann eine Kombination aus Flug und Hotel gefunden, die Ihnen zusagt und am Ende war auch die Buchungsabwicklung ganz einfach
Kein X für ein U: die User Experience
Auf der Website des Reiseveranstalters hatten Sie eine positive UX, also ein angenehmes Nutzererlebnis. Um dieses Erlebnis zu erzeugen, wird in der Designphase der Fokus auf die subjektive, emotionale Erfahrung eines menschlichen Nutzers gelegt. Dazu werden in der Konzeptionsphase die Erwartungen, Bedürfnisse und intuitiven Verhaltensweisen der Besucher:innen antizipiert und der Informationsarchitektur zugrunde gelegt. Damit ist gemeint, dass die Webdesigner:innen im Planungsprozess menschliche Sehgewohnheiten und erlernte Verhaltensweisen berücksichtigen – z.B., dass wir in Europa üblicherweise von links nach rechts und von oben nach unten lesen. Auch die visuelle Umsetzung folgt diesen Spielregeln: Wichtige Inhalte sind fett, bunt und/oder groß, und wenn wir etwas anklicken sollen, weist uns ein eindeutig erkennbarer Button den Weg. Das Layout erleichtert die Navigation, während unter anderem die Auswahl der Farben Aspekte der Barrierefreiheit sicherstellt. Wenn dann auch noch die Inhalte relevant, zielgruppengerecht und attraktiv aufgebaut wurden, steht dem positiven Erleben und der effizienten Nutzung der Website nichts mehr im Weg.
In der MX „sprechen“ Maschinen miteinander
Im nächsten Szenario lassen wir einen Algorithmus auf die Website los. Eine künstliche Intelligenz analysiert nun die Seiten des Reiseveranstalters und extrahiert die relevanten Daten – z.B., um Preise und Leistungen für ein Vergleichsportal auszuwerten und zu katalogisieren. Das inspirative Foto vom Traumstrand löst bei der Maschine kein Fernweh aus, und auch das geschickte Wortspiel in der Headline geht voll an ihr vorbei. Stattdessen ist hier die technische Performance entscheidend: Wie schnell lädt die Seite, welcher Datendurchsatz ist hinterlegt, werden Formulare automatisch ausgefüllt und wie hoch ist die Reaktionsgeschwindigkeit? Für die KI ist die fehlerfreie Funktionalität, die Präzision der Steuerungselemente und die Einhaltung von Sicherheitsaspekten ausschlaggebend, um die Inhalte der Seite auswerten zu können. Sie kann nicht interpretieren, bewerten oder im Fall von Unsicherheit nochmal bei jemandem nachfragen. Wenn die Website nicht technisch einwandfrei mit den Parametern des KI-Algorithmus zusammenarbeiten kann, wird die Maschine die Daten nicht – oder noch schlimmer: fehlerhaft – erheben. Für den Reiseveranstalter könnte sich diese Störung empfindlich im Umsatz niederschlagen: Was nutzt das beste Angebot und die attraktivste Website, wenn sie nicht wahrgenommen werden, weil sie von Suchmaschinen und KI-Tools nicht an die Kundschaft weitergeleitet wird?
Gemeinsam sind sie stark
In der Konzeption von modernen Websites werden daher UX und MX miteinander verknüpft. Obwohl ihnen eine völlig unterschiedliche Zielsetzung zugrunde liegt, ergänzen sie sich geradezu symbiotisch: Wenn die Website nicht lädt, weil das Backend technisch nicht effizient angelegt ist, kann auch das attraktivste Design nicht überzeugen. Andersherum: Wenn zwar die Datenstruktur einwandfrei funktioniert, die Navigation jedoch nicht intuitiv und ohne Zielgruppen-Fokus aufgebaut ist, wird die Website nicht konvertieren. In Zeiten, in denen der Einsatz von KI immer mehr zunimmt und die Menschen zunehmend analoge und einfache Webrecherche-Prozesse an ChatGPT und Co. abgeben, wird die technische Effizienz immer wichtiger. Gleichzeitig steigt die Erwartungshaltung seitens der Websitebesucher:innen in Bezug auf Relevanz, Authentizität und Attraktivität der digitalen Inhalte. Es gilt daher, die Funktionalität einer guten MX zu nutzen, um die Nutzererfahrung UX zu personalisieren, zu vereinfachen und zu einem angenehmen Erlebnis zu machen. In der Schnittmenge zwischen der Designästhetik und der technischen Leistungsfähigkeit entsteht die Website.
Was kann Ihre Website – und was sollte Sie Ihrer Meinung nach darüber hinaus können? Wir helfen gerne weiter, sowohl mit Rat als auch Tat. Und wenn Sie Fragen zu weiteren Fachbegriffen aus der Welt der Marketingkommunikation haben, sprechen Sie uns gerne an!
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