Print oder Pixel? Print und Pixel!

Print ist tot?! Lang lebe Print!?

Zugegeben, die Produktion von gedruckten Werbemitteln ist inzwischen seltener an der Tagesordnung. Aufwendige Imagebroschüren werden zu digitalen Produkten wie z. B. Websites, Landingpages oder PowerPoint-Präsentationen. Eine Produkt- oder Vertriebsbroschüre heißt nun „Fact sheet“ und ist ein digitales „Blatt“ im Portable Document Format (PDF).

 

Während digitale Medien die moderne Marketinglandschaft dominieren, hat Print jedoch keineswegs ausgedient. Stattdessen werden häufig hochwertige Druckerzeugnisse nachgefragt, die sich durch raffinierte Veredelungen wie Metallfolien, Prägungen, Stanzungen oder außergewöhnliche Trägermaterialien auszeichnen. In der komplexen Druckproduktion einer Hochglanz-Broschüre oder einer aufwendig gestalteten Visitenkarte wirken Qualität, Bauform, Material, Veredelung und Technik zusammen zu einem anfassbaren, sinnlich erlebbaren Gegenstand. Der Gesamteindruck hinterlässt auch auf emotionaler Ebene einen bleibenden Eindruck – vor allem, wenn Qualität und Material überzeugen. Gedruckt wird zunehmend „on demand“: Kleine Auflagen werden zu bestimmten Anlässen mit individueller Botschaft punktgenau an die entsprechende Community adressiert. 

 

Im Duell um das perfekte Druckergebnis

Je nach Qualitätsanspruch, Auflagengröße, Budget und Verwendungszweck stehen zwei Druckverfahren zur Wahl: Digital und Offset. Der Hauptunterschied besteht darin, dass beim Digitaldruck von einer Datei direkt auf das Druckmedium gedruckt wird, während beim Offsetdruck eigens hergestellte Druckplatten verwendet werden, um das Bild auf das Medium zu übertragen. 

Der Digitaldruck bietet Flexibilität, eignet sich besonders für kleine, personalisierte Auflagen und ist dabei kostengünstig. Korrekturen und Änderungswünsche lassen sich schnell einpflegen und von einem Druckexemplar zum nächsten umsetzen. Technisch gesehen, hat sich hier in den letzten Jahrzehnten viel getan: Inzwischen sind auch Veredelungen, die in der Maschine mitlaufen können, möglich, z.B. eine Lackierung oder eine Kaltfolienveredelung. Besonders der Einsatz von Folien in Silber oder Gold kann effektvolle Akzente setzen. Im Grundsatz ist das Digitaldruckverfahren jedoch mit der Herstellung einer Fotokopie vergleichbar: Für ein wirklich hochwertiges Ergebnis ist in der Erstellung der Druckdateien viel Erfahrung und ein gutes Händchen erforderlich. 

Qualitativ und im Hinblick auf die Vielfalt der Möglichkeiten hat der Offsetdruck also immer noch die Nase vorn. Er bietet eine Vielzahl an Veredelungsmöglichkeiten, von Sonderfarben und Effektlackierungen über eine große Bandbreite an bedruckbaren Materialien und Grammaturen bis hin zu anspruchsvollen Prägungen und Stanzungen. Die Verwendung von bis zu sechs separaten Druckplatten lässt die Farben leuchten und das Druckergebnis strahlen – besonders in der Produktion von Druckerzeugnissen mit hohem Bildanteil macht dies einen sichtbaren Unterschied. Weil jedoch die Einrichtungskosten in der Druckplattenerstellung zu Buche schlagen, lohnt sich das Offset-Verfahren erst ab Auflagen von ca. 1000 Stück. 

 

0815 war gestern 

Zwei wichtige Trends beeinflussen derzeit die Druckbranche: Hyper-Personalisierung und Nachhaltigkeit. Gerade, weil wir im digitalen Zeitalter seltener mit analogem Content in Kontakt kommen, darf sich dieser maßgeschneidert und wertig präsentieren – in Abgrenzung zum Massendruckstück. Auch die steigende Beliebtheit von Hand Made-Effekten zahlt auf dieses Konto ein. Selbst, wenn das entsprechende Druckprodukt klassisch in einer Druckerei bestellt, wurde: Kaum eine Einladung kommt heute ohne plastisches Element oder eine Verzierung aus Fremdmaterial aus. Ähnliches gilt für die Werbemittel und Geschäftsausstattung, mit deren Entwurf wir bei KERN beauftragt werden: Visitenkarten müssen nicht nur gut aussehen, sie sollen sich auch so anfühlen.Stichwort: mehrschichtiges Papier mit Farbkern oder partielle Lackierung.

 

Nachhaltigkeit in Planung, Prozess und Output

Gleichzeitig wächst parallel zum globalen Trend das Bewusstsein für Nachhaltigkeit auch in der Wahrnehmung von geschäftlichen Werbematerialien. Wir beraten daher in der Planungsphase immer häufiger zu umweltfreundlichen Optionen, z.B. der Verwendung einer einzelnen Sonderfarbe statt des klassischen Vierfarbendrucks. Das erklärte Ziel sind stets Lösungen, die alle Aspekte berücksichtigen und am Ende ein hervorragendes Ergebnis hervorbringen. Ein Beispiel sind die Visitenkarten, die wir für einen regionalen Recyclingbetrieb umsetzen durften: Um einerseits die optimale Farbwirkung sowie die gewünschte Veredelung umsetzen zu können, andererseits die Kosten für Nachdrucke gering zu halten, erfolgte der Druck der Visitenkarten in zwei Stufen. Im Offsetdruck wurde zunächst eine hohe Stückzahl an Blankovorlagen produziert, inklusive der partiell lackierten Rückseite. Die personenbezogenen Daten der Mitarbeitenden wurden später im Digitaldruckverfahren aufgebracht. Auch zukünftig kann so auf Veränderungen im Personalstamm schnell und kostengünstig reagiert werden. Der kostspieligere aber qualitativ bessere Offsetdruck lohnt sich für die große Auflage an Blankovorlagen, während die Personalisierung kleinerer Stückzahlen preiswert und ressourcenschonend im Digitaldruck erfolgt. Budget- und umweltschonend wirkte sich hier außerdem die Auftragsvergabe an einen lokalen Druckereibetrieb aus.

 

Auch in der Druckproduktion spielen Bemühungen zur Nachhaltigkeit eine große Rolle. Um im Wettbewerb zu bestehen, müssen Druckereien wirtschaftlich sinnvolle, umweltverträgliche Alternativen bieten. Zunehmend setzen sie daher auf umweltfreundliche Verfahren, vom Einsatz recycelter Materialen wie Papieren und Tinten bis hin zu energieeffizienten Produktionsprozessen. Eine echte Alternative zum klassischen Recycling-Papier bieten beispielsweise Druckträger aus landwirtschaftlichen Abfällen: Dieses Produkt nutzt Materialien, die sonst entsorgt würden und schont damit natürliche Ressourcen wie Holz. Zur klassischen carbon-basierten Tinte gibt es viele Alternativen, z.B. eine Tinte aus schnell nachwachsenden Algen, die sogar Kohlenstoffbindet und sich dennoch gut für den Druck auf verschiedenen Materialien eignet. Diese Beispiele sind Teil eines wachsenden Trends, der darauf abzielt, in der Druckproduktion die Umweltbelastung ohne Kompromisse in der Qualität zu reduzieren.

 

Eine entscheidende Rolle in den Nachhaltigkeitsbemühungen der Branche spielt auch die technische Weiterentwicklung der Druckproduktion. Digitalisierung ist gut für Umwelt und Geldbeutel: Durch automatisierte Prozesse können Druckereien schneller,kosteneffizienter und ressourcensparender arbeiten. Automatisierung reduziert Abfall, spart Energie und macht es einfacher, kleinere Auflagen wirtschaftlich zu produzieren. 

 

 

Print oder Pixel – warum nicht beides?

Unsere Kundschaft fragt uns: „Was brauche ich wirklich?“ Digitale Medien wie E-Mail, Messenger, webbasierte Tools und Plattformen? Oder der klassische Weg: Briefe und Karten im Postmailing, Flyer und Broschüren, Plakate und Banner? Anders ausgedrückt: Ist Print wirklich tot?

 

Wir müssen uns nicht entscheiden! Denn unsere moderne Medienlandschaft lebt von der Vielfalt der Möglichkeiten. Doch weil die Wahl des Mediums immer vom Kommunikationsziel, der Community und den Möglichkeiten des Auftraggebendenabhängt, finden wir spätestens nach einer Zielgruppen- und Marktanalyse eine individuelle Antwort. In vielen Fällen ist übrigens eine crossmediale Herangehensweise die effektivste Option, z.B. wenn eine Plakatkampagne durch eine entsprechende Landingpage begleitet wird. 


Wenn Print, dann „richtig“

Digitale Kommunikation ist zeitgemäß und an den entsprechenden Medien kommt niemand – und erst recht kein Unternehmen – mehr vorbei. Das ist auch völlig in Ordnung, denn die digitalen Medien bieten einzigartige Vorteile und Qualitäten, beispielsweite die Integration von filmischen Elementen. Wir fühlen uns im digitalen Marketing genauso zuhause wie in der klassischen Printwelt. 

 

Aber wenn Print, dann aber bitte besonders schön und hochwertig! Das Phänomen der kostspieligen Signalisierung funktioniert seit Anbeginn der Werbung: Je aufwendiger die Verpackung, desto wertvoller ist (vermeintlich) der Inhalt. Bei Werbemitteln wieVertriebsbroschüren, Plakaten oder Visitenkarten steigert eine hochwertige Ausführung die Marken- bzw. Produktbotschaft im Wert und macht sie umso überzeugender. Grundsätzlich gilt daher: Überall dort, wo digitale Massenkommunikation nicht der richtige Ansatz ist, lohnt es sich für Unternehmen, die haptischen Qualitäten analogerDruckerzeugnisse auszunutzen, um aus der Masse herausstechen. Und deshalb ist Print lebendiger denn je.

 

Egal ob digitales Marketing oder analoge Druckerzeugnisse – Wir wissen, was gut funktioniert und toll aussieht – und wir sind immer für eine kreative Idee zu haben.Schreiben Sie uns oder rufen Sie an! Wir beraten Sie gern zu der richtigen Werbemaßnahme für Ihr Unternehmen und Ihren individuellen Kommunikationsbedarf.

 

In diesem Sinne: Bis bald bei KERN!

Frauke Neumann